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WDR-ComputerNacht im HNF

Rückschau aktuell
25.10.2001
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von Wolfgang Back


Ich wurde von den Mitarbeitern angehalten, endlich einmal etwas zusammenzuschreiben, was sich auf alte Zeiten bezieht – auf Zeiten, die sie selbst nicht miterleben konnten.

Wie kommt diese Faszination für das Thema ’Computer’ zustande, die offensichtlich beim Betrachten alter Sendungen zum Zuschauer übergesprungen sein muss. Nun habe ich bereits für einige Publikationen ’Zeitrafferinformationen’ über die nunmehr 20 Jahre zusammengeschrieben. Teile davon finden Sie auch auf der CD.

Was ich hier niederschreiben kann, sind Infos, die wirklich durchlebt wurden und die für die heutige Generation zum Teil unverständlich sind, da sie die Situation vor 20 Jahren nicht kennen können.

Beginnen wir einmal mit dem Stellenwert des Computers. Für mich als Student der Elektrotechnik an der RWTH in Aachen ist der Computer noch als Wahlfach betrachtet worden. Da es ein Wahlfach war, brauchte man es nicht zu belegen. Wir suchten den einfachsten und bequemsten Weg – also weg damit.

Dennoch: der Computer reizte schon. Da wir jemanden kannten, der im Rechenzentrum beschäftigt war, fanden wir uns oft am Wochenende in den Räumen ein, um dort mit dem Hauptcomputer zu spielen. Wochenende musste schon sein – während der Woche wären wir aufgefallen. Das Spiel war eigentlich immer das selbe: Mondlandung mit einem Männlein und einem Raumschiff, das nur aus X-en bestand. Das war damals die gängige grafische Darstellung. Ein X als Pixel.

Es war spannend: schaffte man es, die Mondfähre auf der Oberfläche des Planeten zu landen – oder trat das übliche Procedere mit der Meldung ein: "Sie landeten 50 Meter unter der Mondoberfläche".

Wir setzten damals die dicksten Rechenmaschinen für unseren Spaß ein – gut, dass es nicht aufgefallen ist.

Die siebziger Jahre waren noch weitgehend eine ’computerfreie Zone’ für die Privatsphäre. Doch Ende der siebziger Jahre ging es dann los. Die Apples, die TRS 80 und die Vielzahl der ’Computerversuche’ kam in den Fokus des Interesses. So richtig konnte man sie noch nicht einsetzen, zumal sich die Landschaft quasi von Monat zu Monat veränderte.

Die Berichterstattung fing zögerlich an. Meistens wurden die Artikel von Journalisten verfasst, die keinerlei Ahnung hatten – aus spielenden Computerkindern wurden Genies, aus mehr schlecht als recht programmierenden Kiddys wurden Nobelpreisträger und mehr. Das Unverständnis über die neuen Technologien war weit verbreitet.

Für mich kam Anfang der 80er Jahre die Zeit der Beschäftigung mit den Maschinen. Mein erster Computer war ein EPSON HX20. Zurückblickend gesehen: eine Supermaschine. Ich habe den Originalcomputer aufbewahrt. Doch er läuft wohl nicht mehr – ich muss wahrscheinlich den Akku austauschen. Der ’Laptop’ vergangener Zeiten hatte ein Display mit 20 Zeichen und 4 Zeilen. Es ist eigentlich nicht zu glauben, was man mit einem so beschränkten Display anfangen kann. Letztendlich liefen hier alle Programme, die man sich ausdenken konnte. Sogar Textverarbeitung war damit möglich – ein Drucker war eingebaut.

Für mich war dieser HX20 ein tolles Gerät. Ich hatte die Ausführung, die an der Seite eine Speichererweiterung von 16 Kilobyte angeflanscht hatte. 16 Kilobyte zusätzlich zu den 4 Kilobyte Hauptspeicher – das war üppig. Ich begann nun die Maschine zu entdecken und stellte mir eine Programmieraufgabe nach der anderen. Plötzlich stellte ich fest, dass ich während meines Studium relativ wenig tiefgehende Erkenntnisse gezogen hatte. Die klassischen Aufgaben eines Elektrotechnikers hat man nach Muster gelöst.

Sinus und Cosinus waren irgendwie bei allem dabei – doch die wahre Bedeutung der Kreisfunktionen blieben verschleiert, da man keine Anwendungen sah. Man setzte einfach Werte ein (alles nach Muster), es kam etwas heraus – und das war’s.

Erst mit dem eigenen Computer änderte sich dies. Ich weiß es noch heute: ich wollte auf meinem ’Riesendisplay’ des HX 20 eine Analoguhr zaubern. Es sollte ein Kreis entstehen. Das war eigentlich klar: ’nimm Sinus und Cosinus dafür – das sind Kreisfunktionen’. Schön und gut. Mit sin und cos hatte man bisher nur fremde Aufgaben nach einem bestimmten Schema gelöst. Jetzt kam die eigene Problemstellung – und ich versagte. Es dauerte bis morgens um 4 Uhr bis ich zu einem kreisähnlichen Gebilde kam. Der Knoten war aber gelöst.

Ab dieser Zeit habe ich quasi mit dem kleinen Computer alle mathematischen Probleme noch einmal gelöst, die man während des Studiums nur ’peripher’ erlebte – es musste damals ja nur für die Prüfung reichen.

Diese Phase der Hinwendung zum Computer führte natürlich dazu, dass man mit anderen Menschen, die nicht in dieser Zwickmühle steckten, problematische Beziehungen aufbaute. Private Beziehungen litten unter der komischen Betrachtungsweise der neuen digitalen Welt. Auch in der Beziehung zu Wolfgang Rudolph entstanden am Anfang Meinungsverschiedenheiten, die wir nur mit viel Kölsch beseitigen konnten.

Wir nannten einmal die kleinen Computer (1983) doofe Rechenkisten, was zu einem lautstarken Protest von Wolfgang Rudolph führte: , das ist das, was der Mensch in seiner höchsten Intelligenzstufe ausgedacht hat und ihr Banausen sagt Kisten dazu’.

Das war einmal. Und rückblickend gesehen sollte man in der Tat froh sein, dass die Creme de la creme des technischen Fortschritts uns Menschen auch privat zur Verfügung steht. Das war wahrlich nicht immer so. Die technischen Spitzenleistungen spielten sich in Bereichen ab, die für Privatpersonen nicht erreichbar waren. Eine neue Dampfmaschine oder gar eine neue Lokomotive war für Privatpersonen ziemlich weit weg, wenn sie auch das größte Interesse zeigten. Heute reden wir über Prozessoren mit einer Taktgeschwindigkeit von 2 GHz – Wahnsinn, wenn man bedenkt wie alles begonnen hat, doch morgen schon ist auch diese Zahl Makulatur.

 

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